Wald

„Hessische Wohngebäudetypologie“ zeigt erreichbare Energieeinsparpotenziale bei Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand

Bild

(vom 30.01.2018)

Für genau 31 typische hessische Wohngebäude hat die „Hessische Energiespar-Aktion“ das Einsparpotenzial bei der Gebäudeheizung erfasst.

„Schon ab 1990 haben wir in Studien die Energiesparmöglichkeiten an Gebäuden untersucht. Natürlich ist jedes Haus einzigartig für seinen Besitzer, aber es fiel uns auf: Hier gibt es wiederkehrende Gebäudetypen mit gleichartigem Aufbau der Bauteile: Wand, Dach, Kellerdecke, Fenster“, berichtet Florian Voigt, Projektmanager der „Hessischen Energiespar-Aktion“. 

Die fehlende Dämmqualität dieser Bauteile ist meist für ¾ des Heizenergieverbrauchs verantwortlich, war eine der Untersuchungsergebnisse. Die berechneten Einsparpotenziale sind beträchtlich. 50 bis 70 Prozent des heutigen Heizenergieverbrauchs sind eigentlich überflüssig. Sie könnten durch die „Energiequelle Energieeinsparung“ ersetzt werden. 

Die grafische Übersicht mit den 31 Gebäuden im Bild und ihrem Einsparpotenzial, sowie die zugehörige Broschüre mit detaillierteren Berechnungsergebnissen ist unter https://www.energiesparaktion.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4898 einsehbar.

Anhand der „Hessischen Gebäudetypologie“ kann das eigene Haus eingestuft werden: 

Die rund 80.000 Fachwerkhäuser (Baujahr vor 1918) in Hessen gehören zu den „Schätzen“, die das Ortsbild in vielen Gemeinden prägen; etwa als Sichtfachwerk in der Marburger Oberstadt und dem Rheintal, verschindelt in Odenwald und Spessart, mit Schiefer verkleidet im Waldeckschen Land. Daneben gibt es viele verputzte Fachwerkhäuser. Doch die Schönheit des Anblicks kann trotzdem die Schwächen von Fachwerkhäusern nicht verbergen. Die Gebäude der Zwischenkriegszeit (Baujahr 1919 bis 1948) gehören dem „Ziegelzeitalter“ an. Solide errichtet, können sie fast unbegrenzt weitergenutzt werden. Die massiven Baustoffe leiten jedoch Wärme sehr gut nach außen ab und sind so für einen hohen Heizenergieverbrauch mitverantwortlich. Die Gebäude der unmittelbaren Nachkriegszeit (Baujahr 1949 bis 1957) wurden unter herrschender Materialknappheit errichtet und sollten die Wohnungsnot beseitigen. Behelfsbaustoffe, dünne Wände, stark Wärme leitende Materialien, kaum Dämmstoffe auf Kellerdecke und im Dach. Die Wirtschaftswunderbauten (Baujahr 1958 bis 1968) beseitigten noch die Wohnungsnot und ihrer Bauweise merkt man an, dass Energie damals noch enorm billig war. Obwohl schon mit besseren Materialien gebaut, ist der Wärmeschutz ca. 4-mal schlechter als bei heutigen Neubauten, nicht zuletzt wegen der vielen Wärmebrücken. Trotz der verbesserten Baumaterialien merkt man den 70er-Jahre-Bauten (Baujahr 1969 bis 1978) die explodierenden Ölpreise dieser Zeit noch nicht an. Der Wärmeschutz hat sich, verglichen mit den Gebäuden der Nachkriegszeit kaum verbessert und ist ebenfalls 4-mal schlechter als bei heutigen Neubauten. Den Gebäuden, die zu Beginn der 1980er Jahre (Baujahr 1979 bis 1984) errichtet wurden, liegt schon die jeweils gültige Wärmeschutzverordnung zugrunde, trotzdem genügen auch sie nicht mehr dem heute gültigen Standard. Bei diesen heute rund 35 Jahre alten Häusern kündigt sich eine erste Modernisierung meist gerade an. 

Berechnungsgrundlage für anstehende Modernisierungsmaßnahmen am eigenen Gebäude ist der "Energiepass Hessen", ein Beratungsinstrument der Hessischen Landesregierung, der die Schwachstellen eines Hauses aufzeigt, Einsparpotenziale ermittelt und Handlungsmöglichkeiten vorschlägt. Er wird zum reduzierten Preis von 37,50 € angeboten. Der Fragebogen steht als Download unter www.energiesparaktion.de zur Verfügung. 

Weitere Informationen zur Gebäudemodernisierung bietet die HESA-Homepage unter www.energiesparaktion.de, über die auch www.energieland.hessen.de, die „Energieseite“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der „Förderkompass Hessen“ mit allen aktuellen Förderangeboten direkt zu erreichen ist. 

Informationen zum Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen unter www.verbraucher.de.

 

zurück

Aktuelle Meldungen 

<

18.01.2018

Ausfall der Stromversorgung in weiten Teilen des Netzgebietes

Bild

14.00 Uhr: Aufgrund eines Ausfalls im deutschlandweiten Übertragungsnetz ist die Stromversorgung in Eschwege und weiteren Orten, wie z.B. Wehretal und Wanfried ausgefallen.

16.45 Uhr: Durch Umschaltungen im Stromversorgungsnetz konnte die Versorgung im Gebiet der Stadtwerke Eschwege GmbH weitestgehend wieder hergestellt werden. Jedoch ist insbesondere im Bereich Eschwege-Heuberg sowie weiteren einzelnen Bereichen weiterhin die Versorgung ausgefallen. Aufgrund des begrenzten Energieangebotes bleibt in der heutigen Nacht die Straßenbeleuchtung in Eschwege ausgeschaltet. Auch die Versorgung von Industriebetrieben kann nicht sichergestellt werden.

17.40 Uhr: Die Versorgung im Bereich Eschwege-Heuberg wurde nun ebenfalls wiederhergestellt. Jedoch kann es aufgrund der aktuellen Lage weiterhin zu Stromunterbrechungen kommen. Die Straßenbeleuchtungsanlagen in Eschwege bleiben in der heutigen Nacht ausgeschaltet. Nach Auskunft des vorgelagerten Netzbetreibers,ist mit der Wiederinbetriebnahme der 110-kV-Spannungsversorgung am heutigen Abend nicht mehr zu rechnen. Dies ist aber zwingend notwendig, um eine dauerhafte und stabilie Stromversorgung, wie unsere Kunden es gewohnt sind, dauerhaft zu gewährleisten. 

21.55 Uhr: Die Straßenbeleuchtung in Eschwege konnte nun ebenfalls noch eingeschaltet werden. Für den morgigen Freitag sind jedoch weitere Ausfälle nicht ausgeschlossen. Die Beschädigungen der Leitungen im Übertragungsnetz, so die Auskunft des vorgelagerten Netzbetreibers, werden am morgigen Freitag durch einen Hubschrauber abgeflogen und lokalisiert. Dann erfolgt schnellstmöglich die Reparatur. Im Laufe des morgigen Freitags kann es daher, abhängig von der Lastentwicklung zu punktuellen Abschaltungen kommen. 

>