Wald

Die Geschichte der Stadtwerke Eschwege GmbH

Historie der Erzeugungs- und Versorgungsbereiche, des Bäderbetriebs und wesentlicher Beteiligungen.

Strom, Erdgas und Wasser – das sind die drei Eckpfeiler elementarer Versorgungsleistungen, auf die die Wirtschaft und Privathaushalte in höchstem Maße angewiesen sind. Alle drei bietet die Stadtwerke Eschwege GmbH ihren Kunden an. Zudem hat das Wärmecontracting deutlich an Bedeutung gewonnen, insbesondere durch die Inbetriebnahme des Biomasseheizwerks für das Eschweger Schulzentrum am Südring sowie weiterer Wärmecontracting-Anlagen. Das Wärme-Contracting umfasst in der Regel reine Wärmeerzeugungsanlagen, oder ist, wie im Seniorenheim vor dem Brückentor in Eschwege, mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung gekoppelt. Seit einigen Jahren engagieren wir uns mit fünf weiteren nordhessischen Energieversorgern im Bereich des Ausbaus regenerativer Energieträger und weiterer kommunaler Themen. Wir haben uns mit unseren Partnern in der Stadtwerke Union Nordhessen GmbH& Co.KG (SUN) zusammengeschlossen, um in der nordhessischen Region den Ausbau der Windkraft durch Bürgerwindparks forcieren und die regenerativen Erzeugungsanteile der beteiligten Stadtwerke merklich zu erhöhen. Hier sind bereits erfolgreiche Windkraftprojekte in der Planungsumsetzung sowie im Betrieb.

Zeitlicher Abriss

  • 1878 Gründung Gaswerk
  • 1890 Gründung Wasserwerk
  • 1906 Gründung Elektrizitätswerk
  • 1916 Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk kommen gemeinsam zur „Städtischen Betriebsverwaltung“
  • 1934 Umbenennung durch eine neue Betriebssatzung in „Stadtwerke Eschwege“
  • 1987 Das städtische Schwimmzentrum, heute „espada Freizeitbad“, wird von der Kreisstadt Eschwege in den Eigenbetrieb Stadtwerke Eschwege übertragen
  • 2001 Der Eigenbetrieb „Stadtwerke Eschwege“ wird in eine GmbH ausgegliedert, die heutige Stadtwerke Eschwege GmbH
  • 2005 Beginn des deutschlandweiten Energievertriebs
  • 2006 Bezug der Betriebsgebäude für Verwaltung und Technik am Standort Niederhoner Straße 36
  • 2011 Gründung der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN)

Das Gaswerk (seit 1878)

Die alte Gasanstalt

Die Firma Oechselhäuser aus Berlin erhielt von der Stadt Eschwege den Zuschlag zur Errichtung eines Gaswerkes, und am 21. Oktober 1878 wurde die Gasleitung in einigen Straßen von Eschwege in Betrieb genommen. Entstehende Nebenprodukte wie Teer und Koks konnten verkauft werden. Im Jahr 1889 musste bereits ein zweiter Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1.000 cbm dem bestehenden Gasbehälter von 600 cbm beigefügt werden. 1914 wurde die Koksbrech- und Sortieranlage errichtet. Im Kriegsjahr 1917/18 musste wegen Kohleknappheit die Straßenbeleuchtung abgeschaltet und der Koksverkauf eingestellt werden. Anstelle von neun Retortenöfen wurde im Jahr 1939 ein neuer Kleinkammerofen gebaut. Durch einen Luftangriff auf Eschwege im Februar 1945 litt auch das Gaswerk sehr empfindlich, sodass im April 1945 der Gasbetrieb eingestellt wurde. Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren dann im Gaswerk von einer stürmischen Aufwärtsentwicklung geprägt. Im Jahr 1964 wurde eine Gasspaltanlage errichtet, die sich mit Flüssiggas betreiben ließ. Immer höhere Erzeugungs- und Absatzzahlen stießen bald an die Grenzen der herkömmlichen Gaserzeugung.

Vorteile durch Gasfernversorgung

Entscheidend für die Gasversorgung in Eschwege war der Anschluss an die Ferngasleitung im Jahr 1970. Jetzt standen weitere Gaskapazitäten zur Verfügung, das städtische Gasnetz konnte weiter ausgebaut werden. 1986 kam der Stadtteil Niederhone an das Gasnetz, 1994 begann der Aufbau der Gasversorgung von Waldkappel-Bischhausen, 1997 wurde die Hochdruckleitung zur Versorgung von Oberdünzebach verlegt, 1998 Oberhone und 1999 die Versorgung von Ober- und Niederdünzebach aufgenommen. In den folgenden Jahren schritt in diesen Orten der Ausbau der Gasversorgung voran.

Sanierung und Netzausbau

Im Jahr 2000 wurde das alte Gaswerk komplett abgerissen, nachdem eine Altlastsanierung in drei Abschnitten in den Jahren 1995 bis 2000 durchgeführt wurde. 2001 kam es zur Vergrößerung der Gasübernahmestationen.,2015 zur Erneuerung der Heizungsanlage der Gasübernahmestation „Gaswerk“. Sie war von nun an mit einer neuen feuchtegeführten Regelung ausgestattet, wodurch sich rund 45 Prozent der bisher benötigten Energie eingesparen lässt.

Das Baugebiet „Höhgraben“ wurde in den Jahren 2001 und 2002 erschlossen. In den Jahren 2004 bis 2009 wurden, ausgelöst durch den Neubau des Eschweger Stadtbahnhofs, die Gasversorgungsleitungen in vielen Straßen des gesamten Bahnhofsumfeldes erneuert. Der Ausbau der Gasversorgung in Ober- und Niederdünzebach und in Waldkappel-Bischhausen wurde in den Jahren 2002 bis 2016 konsequent fortgesetzt.

Kundenservice im freien Energiemarkt

Neben dem Netzausbau entwickelten sich in den letzten Jahren zunehmend auch die Vertriebstätigkeiten und Beratungsangebote für Kunden, wie zum Beispiel die Thermographie-Analyse. Mit dem zweiten Energiewirtschaftsgesetz EnWG und der Marktöffnung der Erdgasnetze nutzt seitdem auch die Stadtwerke Eschwege GmbH die Chancen des deutschen Energiemarktes und vertreibt Erdgas bundesweit an Geschäfts- und Privatkunden. Durch das 2006 in Betrieb genommene Kundenservicebüro im neuen Verwaltungsgebäude der Stadtwerke haben wir die Kundenbetreuung vor Ort stark verbessert. Der Gasvertrieb über das Internet ist seit 2011 auch per Online-Vertragsabschluss möglich, das Kundenportal unterstützt den Vertrieb zusätzlich.

Sichere Erdgasversorgung

Die entlang der Werra verlaufende Gasmitteldruckleitung zwischen dem Stadtwerksgelände in der Niederhoner Straße und der Wasserkraftanlage Schlossmühle – Am Mühlgraben wurde auf einer Länge von 1.160 Metern durch ein Reliningverfahren erneuert. Hierbei wurden 2010 bis 2011 neue Rohre in die alten eingezogen,. 2010 belief sich die Gasabgabe im Netzgebiet auf 237 GWh und 2015 auf 194 GWh. Der Gründe für den Rückgang seit 1996 liegen in der Betriebsschließung von Großkunden sowie in der Wirksamkeit von Energieeinsparmaßnahmen der Kunden. Aktuell erneuern wir zahlreiche Netzteile. Eine sichere Versorgung mit Erdgas und die Zufriedenheit der Kunden stehen für uns im Vordergrund.

 

Das Wasserwerk (seit 1890)

Holzleitungen und Röhrenmeister

Nach einer Aufstellung des Eschweger Bürgermeisters Heinrich Vocke gab es am 31. August 1888 93 Brunnen in der Stadt. Mit der Qualität des Wassers, dem Zustand der Holzleitungen und dem Diensteifer der zuständigen „Röhrenmeister“ hatte die Stadtverwaltung jedoch ihre liebe Not. Auch aus hygienischen Gründen entschloss sich die Stadt, nun aus der südlichen Feldflur zusätzliches Wasser heranzuführen und im Stadtgebiet eine „eiserne Röhrenleitung“ zu verlegen. Diese Arbeiten begannen im Jahr 1890, als die neuen Brunnen auf der „Springröhre“ angelegt und die Leitungen von den Brunnen bis zur Stadtgrenze verlegt wurden. Die ersten Wasserrohrverlegungen begannen in Eschwege am 15. März 1892. Auf dem „Herrenrasen“ wurden von 1909 bis 1912 drei neue Brunnen niedergebracht und 1911 der Hochbehälter mit einem Behältervolumen von 600 cbm in der Nähe des „Galgens“ an der Reichensächser Straße gebaut. In diesen Jahren wurden auch Wünschelrutengänger eingesetzt, um rund um die Stadt neue Wasserquellen zu erschließen. Durch die wachsende Einwohnerzahl sowie die wirtschaftliche Entwicklung durch die Ansiedelung von Militär und Industrie wurden im Jahr 1936 auf dem „Hirtenrasen“, der Ostgrenze des fertiggestellten Flugplatzes der Luftwaffe, drei weitere Brunnen angelegt.

Ausbau der Wassergewinnung und Aufbau des Verbundsystems

Als nach dem 2. Weltkrieg die Bevölkerungszahl sprunghaft angestiegen war, mussten drei weitere Brunnen auf dem „Hirtenrasen“ installiert und Hochbehälter erweitert werden. Das löste in den Jahren nach 1950 das Projekt „Neue Wasserversorgung“ aus, welches einen gewaltigen Investitionsschub nach sich zog. So fanden Bohrungen und Dauerpumpversuche im Friedatal, bei Aue, im Schindeleich und im Schlierbach statt. Bis zum Ende der 60er-Jahre erfolgte der großzügige Aus- und Umbau der neuen und alten Wassergewinnungsanlagen. Im Jahr 1972 kam es zur Eingemeidung von Nieder- und Oberdünzebach, Albungen, Eltmannshausen und Niddawitzhausen in die Stadt Eschwege, Oberhone folgte 1974. Die Wasserförder- und Verteilungsanlagen gehörten nun zum Vermögen der Stadtwerke Eschwege. Im Jahre 1978 entstand die Verbundleitung zwischen Hoheneiche und Bischhausen hin zum Hochbehälter am „Hessenring“, in der Gemarkung Oetmannshausen wurden Tiefbrunnen angelegt. Die Wasserabgabe im Jahr 1986 belief sich auf 1.509.000 cbm, sie verringerte sich auf ca. 1.297.000 cbm im Jahr 1996. Das Verbundsystem begann sich zu bewähren. Von 1988 bis 2001 wurden das Wasserrohrnetz und die Transportleitungen kontinuierlich ausgebaut, Neubaugebiete erschlossen, die Generalwasserplanung für Eschwege fertiggestellt und neue Wasserschutzgebiete festgesetzt. In den Jahren 2004 bis 2009 wurden, ausgelöst durch den Neubau des Eschweger Stadtbahnhofes, die Wasserversorgungsleitungen in vielen Straßen des gesamten Bahnhofsumfeldes erneuert.

Trinkwasserschutz und Wasserwirtschaft

Um den aus der Landwirtschaft stammenden Nitrateintrag in die Grundwasserschichten für die Wasserschutzgebiete Aue und Großer Höllgraben zu vermindern, beraten und fördern die Stadtwerke ihre Kunden seit 1988 im Rahmen des Programms „Grundwasserschutzorientierte Beratung der Landwirtschaft“. In den Jahren 2003, 2004 und 2006 wurden in den Brunnenanlagen Aue, Großer Höllgraben und Bischhausen Anlagen zur Entfernung des dem Buntsandstein entstammenden Arsens eingebaut. Seit dem Jahr 2004 versorgen die Stadtwerke auch den Waldkappler Ortsteil Bischhausen. 2009 wurde aus Grundwasserschutzgründen die Quelle Jeppeheide, die Eschwege über Jahrhunderte mit Trinkwasser versorgte, und ebenfalls der aus dem Jahr 1890 stammende Brunnen „Springröhre“ zurückgebaut. Beide Gewinnungsanlagen waren bereits seit den Fünfzigerjahren außer Betrieb und speisten nur noch die ebenfalls Springröhre genannten Überläufe am Cyriakusbach. 2010 belief sich die weiter sinkende Wasserabgabe auf zirka 1.130.000 cbm, der Grund für den Rückgang seit 1986 liegt in der Betriebsschließung von Großkunden, dem Einsatz von wassersparenden Geräten und Armaturen sowie dem allgemeinen Bevölkerungsrückgang im letzten Jahrzehnt.

Betriebsführungen für Kommunen und Wasserversorger

Betriebsführungsverträge sind ein weiteres Standbein der Wasserversorgungssparte der Stadtwerke geworden. So übergaben 2003 erste Gemeinden die Betriebsführung der Wasserversorgung an die Stadtwerke. Im Jahr 2007 kam beispielsweise die Betriebsführung des Meißner-Verbandswasserwerkes, in 2012 die Betriebsführung der Wasserversorgung der Gemeinde Berkatal und in 2015 die der Gemeinde Wehretal hinzu. Die Gemeinden schätzen an uns die kompetente und sichere Fachberatung und Betriebsführung. Durch einen hohen Grad an Automatisierung der Gewinnungs- und Transportanlagen lässt sich die Betriebssicherheit und die Effizienz der Wasserversorgung steigern. Zum 1. Juni 2012 wurde der Eigenbetrieb „Wasserversorgungsbetrieb Eschwege“ gegründet, dem damit die öffentliche Wasserversorgung für Eschwege obliegt. Die Stadtwerke Eschwege GmbH ist mit ihrem Personal zur Betriebsführung für diesen Eigenbetrieb beauftragt. In einem Service- Pacht- und Wasserliefervertrag sind weitestgehend alle für den Betrieb des Eigenbetriebs notwendigen Leistungen vereinbart. Die Prozesse der Wasserversorgung werden daher weiterhin innerhalb der Stadtwerke Eschwege GmbH abgebildet und ausgeführt. Für die Kunden bestehen hinsichtlich Betreuung, Service und Belieferung keine Unterschiede, was auch in den Prozessdarstellungen unseres Qualitätmanagementsystems zum Ausdruck kommt.

 

Das Elektrizitätswerk (seit 1906)

Mit der Wasserkraft der Werra

Die Auflösung der alten Eschweger Lohgerber- und Walkmühlen und die damit verbundene Stilllegung ihrer Walk- und Lohmühlen brachten der Stadt Eschwege die Rechte an den Wasserkräften der Werra. Die Eschweger Stadtverwaltung entschloss sich 1905 zur Errichtung eines Elektrizitätswerkes. Das Dieselkraftwerk auf dem „Werdchen“ als Hauptwerk wurde errichtet (ein Motor mit 140 PS) und die heute noch bestehende Wasserkraftanlage „Schabe“ an der Werra (zwei Turbinen mit je mit 60 PS) als Hilfswerk gebaut. Die Inbetriebnahme des Dieselmotors erfolgte am 20. Dezember 1906 und die der Turbinen am 20. Januar 1907. Am 19. Januar 1907 wurden die ersten privaten Kunden mit elektrischer Energie versorgt – der Beginn der Stromversorgung in Eschwege. Im Jahr 1909 wurde für das Elektrizitätswerk ein zweites Dieselaggregat mit 300 PS angeschafft und eine dritte Turbine 1911/1912 mit 200 PS in der Wasserkraftanlage „Schlossmühle“ installiert. Im gleichen Jahr noch erhielt das Maschinenhaus am „Werdchen“ einen weiteren Dieselmotor mit 600 PS. Die Zuwachsraten bei der Stromabgabe überschlugen sich entsprechend.

Überlandversorgung

Im Jahr 1913 begann die Versorgung des Landgebietes. Als erste Ortschaften kamen Schwebda, Frieda und Aue an das Stromnetz. Im Jahr 1929 wurde ein vierter Dieselmotor mit einer Leistung von 1.200 PS im Maschinenhaus im Elektrizitätswerk am Werdchen aufgestellt. In diesen Jahren begann sich auch der Fernstrombezug abzuzeichnen. Sogenannte „Stromlieferungsgegenseitigkeitsverträge“ wurden abgeschlossen. Der zweite Weltkrieg brachte auch den Eschweger Stadtwerken erhebliche Schwierigkeiten, so auch komplette Gebietsabschaltungen. Von 1950 bis 1969 wurden umliegende Ortsnetze übernommen, die aufwendige Umstellung auf Drehstrom im gesamten Versorgungsgebiet begann und war 1962 abgeschlossen. Zur weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit entstand 1988/89 der Neubau des Umspannwerks Waldkappel.

Wasserkraft der Werra – bis heute

Im Jahr 1993 erfolgte die Neu-Inbetriebnahme der „Wasserkraftanlage Schlossmühle“ mit einer Kaplanrohrturbine und das Schlauchwehr am „Großen Wehr“ der Werra ging 1994 in Betrieb. Seitdem wurde die Anlagen kontinuierlich dem technischen Fortschritt angepasst und umfangreiche Sanierungen, zum Beispiel. am Rechenzentrum der Wasserkraftanlagen, durchgeführt.

Netzsicherheit durch Leittechnik und graphische Informationssysteme

2003 war die Umstellung der Netzspannung des Mittelspannungsnetzes von 15 kV auf 20 kV Netzspannung abgeschlossen, die Investitionen in Transformatoren und Schaltanlagen wurden kontinuierlich weitergeführt, allein im Jahr 2015 fielen hierfür ca. 240.000 € an.
Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und des Vogelschutzes wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 30 Prozent der Mittelspannungsfreileitungen durch Erdkabel ersetzt.
Zur Steuerung der Strom, Erdgas- und Wasserversorgungsanlagen setzt die Stadtwerke Eschwege GmbH ein übergreifendes Netzleitsystem ein, welches die Funktionen dieses Netzbetriebes überwacht, Prozesse steuert und Fehler im Netzbetrieb lokalisiert. Die Pläne aller Versorgungssparten haben wir, beginnend im Jahr 2001, digitalisiert und in ein EDV-gestütztes grafisches Netzinformationssystem eingestellt. Die Leitungseinmessungen erfolgten zunächst mittels Tachymeter und heute über GPS-gestützte Messung. Die sichere Bereitstellung der Netzinfrastruktur bleibt für uns weiterhin ein wichtiger Eckpfeiler unseres Versorgungsauftrages.

Aus Strom wird Kultur

Mit der örtlichen Zusammenlegung der Bereiche Strom, Erdgas und Wasser in die Niederhoner Straße 36 wurde 2006 die Leistungsfähigkeit der Stadtwerke Eschwege GmbH erhöht. Wir haben moderne Gebäude für Verwaltung und Technik in Betrieb genommen, die Kundschaft erreicht bei uns seitdem komfortabel alle Ansprechpartner zentral an einem Ort.
Die dann nicht mehr benötigten historischen E-Werk-Gebäude haben wir unter Inanspruchnahme von Stadtsanierungsmitteln in den Jahren 2008 und 2009 zur „Kulturfabrik E-Werk“ umgebaut. Der Verein Kulturfabrik e. V. verwaltet und vermietet die historische „Maschinenhalle“ des E-Werks sowie weitere Teile des Gebäudes als Veranstaltungshalle und Tagungsräume. Im Jahr 2010 erhielten wir den Hessischen Denkmalschutzpreis. Damit würdigt die Jury unser Engagement bei der „mehr als vorbildlichen Sanierung“ des E-Werks. So konnten wir das 1906 erbaute Industriedenkmal Elektrizitätswerk einer neuen umfänglichen kulturellen Nutzung zuführen

Dezentrale Energieversorgung fördert den Netzausbau

Intelligente Netze bilden die Grundlage für die effiziente, diskriminierungsfreie Einbindung einer Vielzahl von dezentralen Erzeugern. Der qualitative Netzausbau ist zudem auf lange Sicht die volkswirtschaftlich günstigste Flexibilitätsoption, um dem schwankenden Angebot und Bedarf gerecht zu werden. Die Modernisierung und der bereits seit 2010 verstärkte Ausbau des Stromverteilnetzes ist dringend notwendig, um die voranschreitende dezentrale Energieerzeugung durch Erneuerbare-Energien-Anlagen zukunftsfähig in das Stromnetz integrieren zu können. Zudem ist eine Weiterentwicklung hin zu intelligenten Netzen sinnvoll, um die Energiebedarfe der Kunden und die vorhandenen Energiekapazitäten besser aufeinander abstimmen zu können. Diese Modernisierung der Verteilnetze bietet weitere Potenziale zur intelligenten Netzsteuerung.

Straßenbeleuchtung – modern und bürgerfreundlich

Neben der reinen Stromversorgung sind die Wartung und der Betrieb von Straßenbeleuchtungsanlagen ein immer bedeutender werdendes Aufgabenfeld der Stadtwerke.
Der Betrieb der Straßenbeleuchtungsanlagen in Eschwege ist seit 2012 fester Bestandteil des Leistungsspektrums. Neben dem bereits bestehenden Kabelnetz wurden die Beleuchtungsanlagen von der Kreisstadt Eschwege auf die Tochtergesellschaft übertragen. Großflächig wurden die Beleuchtungsanlagen auf LED-Technologie umgestellt, um Energie einzusparen und den Bürgerinnen und Bürgern eine qualitativ hochwertige Stadtbeleuchtung zu bieten.
In der umliegenden Region ist die Stadtwerke Eschwege GmbH als Dienstleister für die Bewirtschaftung der öffentlichen Beleuchtung in vielen Kommunen aktiv.

 

Der Bereich Bäder - das espada Freizeitbad

Das Eschweger Freibad

Am 13. Oktober 1953 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, ein Freibad zu bauen. Nach einer intensiven Suche für den richtigen Standort entschied man sich für die erhobene Stelle „Am Schwalbenpfad“. Mit dem Beschluss vom 16.11.1954 wurden endgültig die Weichen gestellt. Das Freibad am Schwalbenpfad wurde mit einer Bausumme von 450.000 DM am 10. Juli 1957 fertiggestellt. Am Eröffnungstag strömten 4.000 Besucher gespannt in das neue Freibad.
Am 3. Mai 1968 wurde das ca. 3,3 Mio. DM kostende Hallenbad in Anwesenheit „einer großen Zahl von prominenten Gästen“, so die Werra-Rundschau, eingeweiht. Zuvor allerdings hatten mehrere tausend Eschweger Bürger das neue Bad an zwei Tagen der offenen Tür besichtigt. Im Jahr 1973 besuchten rund 205.000 Gäste das Hallen- und Freibad, heute sind es jährlich etwa 80.000. Im Jahre 1987 übernahmen die Stadtwerke Eschwege das Schwimmzentrum mit Hallen- und Freibad, Sauna und Solarium von der Stadt Eschwege.

espada – das Freizeitbad am Schwalbenpfad

Mit dem Betrieb als Sparte Bäder der Stadtwerke Eschwege wurden von 1988 bis heute beträchtliche Investitionen getätigt, um dem jeweiligen Bedarf gerecht zu werden und der Kreisstadt Eschwege sowie den angrenzenden Kommunen eine gute Bäder-Infrastruktur zu bieten. Zu den Investitionen gehören in der Zeit seit der Übernahme in den Betrieb bis zum Jahr 2004 ein Blockheizkraftwerk, die Fußbodenheizung, eine neue Fassade, der Einbau eines Edelstahlbeckens in der Schwimmhalle und die Sanierung der Duschen und Umkleiden. Die Sauna-Anlage wurde komplett erneuert und erweitert. Im Jahre 2005 wurde das Bad erweitert und ein neuer Eltern-Kind-Bereich sowie eine Rutschenanlage kamen hinzu – ebenso ein neuer Name. Seit dem 13. November 2004 heißt nun das Bad „espada Freizeitbad“. Mit der Erneuerung der Garderobenschränke im Umkleidebereich wurde 2010 dieser 3. Umbauabschnitt für das espada Freizeitbad abgeschlossen.
Im Jahre 2012 kam es zur Schließung des mittlerweile über 50 Jahre alten, stark sanierungsbedürftigen Freibads. Mit dem Fokus auf den Hallenbadbetrieb und einem ganzheitlichen Angebotskonzept für Familien sowie Wassersportler wird ein hohes Nutzungspotenzial erschlossen. Um diesem Konzept weiter gerecht zu werden, begann 2014 ein neuer Investitionsabschnitt. Im Rahmen einer umfangreichen energetischen Sanierung des Hallenbadbereiches im Jahr 2014 wurden das Flachdach, die abgehängte Decke und die Beleuchtung der Schwimmhalle erneuert. 2015 wurde das Hallenbad um einen Gebäudeabschnitt mit dem Fitness- und Relax Becken erweitert. Im Fitness- und Relax-Becken lassen sich variable Wassertiefen durch einen Hubboden bedarfsgerecht für gesundheits- oder fitnesssportliche Nutzungen einstellen. Das espada Freizeitbad bietet privaten Badegästen sowie auch Vereinen, Schulen und nicht zuletzt der Bundespolizei optimale ganzjährige Trainings- und Wassersportangebote. Im regionalen Angebot an Wassersport- und Freizeitmöglichkeiten hat das espada einen hohen Stellenwert und ist mittlerweile besonders bei Familien sehr beliebt.

 

Die Stadtwerke Eschwege GmbH heute

Um auch zukünftig als regionaler Energiedienstleister im liberalisierten deutschen Energiemarkt zu bestehen, wird die Stadtwerke Eschwege GmbH mit aller Kraft stets vorausschauend und zukunftsorientiert handeln. Die Parameter werden von unserer Kundschaft gesetzt. Die Kooperationsbereitschaft und die enge Verbundenheit mit Bürgern, Gewerbe, Handel, Politik und Industrie stehen für uns dabei ebenso im Fokus unseres Handelns, wie die Förderung der Motivation und der Identifikation der Mitarbeiter mit Beruf und Unternehmen.
Unsere Positionierung als verlässliche wirtschaftliche Größe und die Notwendigkeit genauer Erkenntnisse über die Energiebedarfsstruktur innerhalb unseres Versorgungsgebietes bilden die Grundlage unserer gezielten Planungs-, Realisierungs- und Investitionsmaßnahmen. Mit einer leistungsstarken personellen, technischen sowie organisatorischen Ausstattung sehen wir uns für die Herausforderungen der Zukunft gut positioniert. Im Rahmen der Anreizregulierung gilt es, für uns, weitere Kostenpotenziale zu heben und die Qualität der Energieversorgung auf hohem Niveau zu halten.

Aktuelle Meldungen 

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